05.06.2009
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Der seltsame Fall des Benjamin Button (Special Edition, 2 DVDs)

Es ist eigentlich eine ganz normale Geschichte: Ein Mann wird geboren. Erlebt seine Kindheit. Er trifft Menschen, bedeutende und weniger bedeutende. Er verliebt sich - anderthalbmal. Er geht arbeiten, sammelt Erfahrungen. Lernt Verzicht, beginnt irgendwann, alt zu werden. Und doch ist "Benjamin Button" (2008) anders, ganz anders als man es sich vorstellen mag.

Von Claas Nielsen

Benjamin Button (Brad Pitt) lebt rückwärts. Er wird in einem greisen Körper geboren und sein Leben e
Benjamin Button (Brad Pitt) lebt rückwärts. Er wird in einem greisen Körper geboren und sein Leben endet als Kind.
© Warner

Denn die literarische Vorlage von F. Scott Fitzgerald, auf der David Finchers nun auf einer opulenten Doppel-DVD-Edition erhältliches Meisterwerk "Der seltsame Fall des Benjamin Button" beruht, benutzt einen Kniff, einen sehr gewagten.

Alles spielt sich rückwärts ab: Button wird als Greis geboren, ein verknittertes, vom "Leben" gezeichnetes Baby. Er wird erwachsen, aber eben immer jünger, bis er am Ende ein kleiner Junge ist.

Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte, dauert aber ganze 159 Minuten. Was bedeutet: Manchmal geschieht eigentlich nicht viel. Das Drama schwelgt in Emotionen, kostet rührende, traurige und auch humorvolle Momente geradezu gnadenlos aus. Und das macht es zu einem der schönsten Filme der letzten Jahre.

David Fincher inszenierte mit "Der seltsame Fall des Benjamin Button" ein wunderbares Personenportra
David Fincher inszenierte mit "Der seltsame Fall des Benjamin Button" ein wunderbares Personenportrait.
© Warner

Benjamin wird in einem Altenheim groß, ist gerade mal ein paar Jahre alt und mit dementsprechend geringer Lebenserfahrung gesegnet, aber eben zunächst gefangen im Körper eines Greises. Früh erlebt er, was es bedeutet, Menschen zu verlieren. Die Konfrontation mit der Trauer und der Umgang mit ihr wird ihn prägen. Und die Liebe zu Daisy, die meiste Zeit von Cate Blanchett gespielt.

Es ist eine Rolle, die Brad Pitt auf den Leib geschneidert scheint. Er spielt, dank Make-up und Tricktechnik, diesen Benjamin fast die gesamte Zeit über. Das ist nicht immer glaubhaft, aber der Film stellt das Märchenhafte in den Vordergrund.

Nicht alles wird logisch erklärt, auch nicht, warum die Natur der Hauptfigur überhaupt ein konträres Leben geschenkt hat. Wichtig ist das ohnehin nicht. Es geht nur darum, wie Benjamin Button und die Menschen, die ihm begegnen, damit umgehen.

© teleschau - der mediendienst GmbH

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