02.07.2009
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Bayreuther Festspiele von Streik bedroht

Paul spricht von teilweise sittenwidrigen Arbeitsbedingungen. So liege die Bezahlung um mehr als ein Drittel unter dem branchenüblichen Satz. Vertragsstrafen seien dagegen unverhältnismäßig hoch. Festspielsprecher Peter Emmerich weist den Vorwurf der Ausbeutung zurück. "Wir sind Festspiele, kein Theater", betont Emmerich. Deshalb arbeiten die Techniker während der Festspielsaison auch 57,5 Stunden in der Woche. "Die festen Mitarbeiter und die Saisonkräfte wissen, worauf sie sich einlassen, und werden auch dafür entsprechend bezahlt", ergänzt Emmerich.

"In Bayreuth ist alles komplizierter, und das wohl schon seit den Tagen Richard Wagners", verweist Verwaltungsratschef Schmid auf die komplizierte Rechtsform mit drei öffentlichen und einem privaten Träger, der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth. Daraus ergebe sich ein erheblich größerer Abstimmungsbedarf. Schmid mahnt die Gewerkschaft zu Geduld. "Wir spielen nicht auf Zeit, wir benötigen sie."

Schließlich ist in Bayreuth seit September 2008 alles neu, ergänzt Schmid. Die beiden neuen Festspielleiterinnen Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner mussten sich zunächst um die Festspiele kümmern. Der junge Geschäftsführer sei mit den anstehenden Fragen bisher nicht betraut. Schließlich gebe es auch ein "völlig neues Gremium, den Verwaltungsrat, den es bislang nicht brauchte, weil der große Wolfgang Wagner alles in seiner Person vereinte".

Die Zusicherung des Festspiele, im September zu einem Abschluss zu kommen, lässt ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Paul nicht gelten: "Das würde bedeuten, dass für 80 Prozent der Beschäftigten für die Festspiele 2009 kein Tarifvertrag gilt." Paul ergänzt: "Das ist für uns nicht hinnehmbar." Die Betroffenen hätten bereits im August 2008 bessere Bedingungen angemahnt. Passiert sei nichts. Deshalb habe die Gewerkschaft im April die Aufnahme von Tarifverhandlungen gefordert. So dürfe "es nun nicht verwundern, wenn die Beschäftigten die ewige Hinhaltetaktik leid sind".

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