"Pestspiel" stimmt auf Oberammergauer Passion ein

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An sechs Abenden erzählt das Schauspiel auf der nach oben offenen Bühne des Passionstheaters, warum die Oberammergauer 1633 den Eid leisteten, alle zehn Jahre die Leidensgeschichte Christi nachzuspielen.
Für Regisseur Christian Stückl ist das "Pestspiel" eine "bsondere Gschicht". 150 Mitwirkende sind auf und hinter der Bühne beschäftigt, darunter auch alle Hauptdarsteller der Passion 2010. Einer der künftigen Jesus-Darsteller, Frederik Mayet, spiel jetzt erstmal einen Totengräber, der andere künftige Heiland, Andreas Richter, einen Pfarrer. Die beiden Mariendarstellerinnen, Ursula Burkhart und Andrea Hecht, sind als "Alte Frau" beziehungsweise als Ehefrau des "Pestbringers" Kaspar Schisler dabei. Die Kulissen zeigen eine Holzhütte, ein Wirtshaus und den Pestfriedhof.
Das Jahr 1633 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Bergdorfes. Damals raffte die Pest viele der Einwohner dahin. In den Sterbebüchern der Pfarrgemeinde sind für das Jahr 84 Seelen aufgelistet, die dem "Schwarzen Tod" zum Opfer fielen. In ihrer Not versprachen die Einheimischen schließlich, die Passion nachzuspielen, sollte die Pest aus dem Dorf verschwinden. Der Überlieferung nach starb von da an kein Mensch mehr an der Seuche.
Das Gelübde wurde schon ein Jahr später erfüllt - die weltbekannten Passionsspiele von Oberammergau waren geboren. Auch 2010 ist wieder ein Festspieljahr.
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