Siegfried und Roy im Hamburger Hansa-Theater

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Mit Portier in Uniform vor der Tür, blank poliertem Messing, Samttapete, kleinen Tischchen mit Lampe und Kippschalter für den Kellner, den holzvertäfelten Toiletten, die schon so manchem Modefoto-Shooting als Kulisse dienten, und natürlich den Artisten aus aller Welt. Am Donnerstagabend feierte das älteste Varieté-Theater Deutschlands nach dem umjubelten Comeback im Januar wieder eine rauschende Premiere. Dabei bezauberten nicht nur die atemberaubenden Aktionen auf der Bühne, die wahren Stars saßen im Publikum: Siegfried und Roy waren als Ehrengäste in das Theater gekommen, wo sie vor 45 Jahren mit einer Gepardennummer selbst aufgetreten waren.
"Danke, Hansa-Theater, Danke Hamburg, dass Sie uns diesen Traum erfüllt haben", sagte der blonde, braun gebrannte Siegfried Fischbacher (70) sichtlich gerührt. Hatten die Ärzte seinem 65 Jahre alten Partner Roy Horn nach dem lebensbedrohlichen Unfall mit einem weißen Tiger 2003 in Las Vegas doch prognostiziert, nie wieder reisen zu können. Das Premierenpublikum ehrte die beiden mit stürmischem Applaus. Selbst Roy ergriff kurz das Mikrofon, nachdem er sich mühsam und nur mit Hilfe seiner Begleiter vom Stuhl erhoben hatte: "Es ist wunderbar hier zu sein." Denn, wie hieße es so schön: Hamburg sei immer eine Reise wert.
"Hamburg hat gewählt, Hamburg hat ja gesagt zum Hansa-Theater und deswegen machen wir weiter", begrüßte Ulrich Waller die Gäste. Die Direktoren des St.-Pauli-Theaters Waller und Thomas Collien hatten das traditionsreiche Haus im Januar aus einem siebenjährigen Schönheitsschlaf erweckt. "Das Konzept wird bleiben", führte Waller aus und meinte damit die Fisch-, Käse- oder Vesperplatten, die das Fischereihafen-Restaurant Hamburg servierte, das plüschige Ambiente und neben den internationalen Artisten auch die wechselnden Conférenciers - in dieser Saison unter anderem die Kabarettisten, Komödianten und Schauspieler Heinrich Pachl, Arnulf Rating, Ulrich Tukur, Herr Holm und Roger Willemsen.
Zur Premiere führte Kabarettist Horst Schroth pointenreich und unterhaltsam durch das Programm. Er plauderte über den Unterschied zwischen Frau und Mann in Sachen Wohnen, ließ sich über den Event- Charakter von Kindergeburtstagen aus und spottete über Hamburgs Finanzpolitik. Oder er philosophierte über einen möglichen Neidfaktor, mit dem auch Städte schon am Ortseingangsschild gekennzeichnet werden könnten.
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