Sperriges Politdrama "Die Marx-Saga" in Hamburg

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Auch sonst werden von hier keine Höhenflüge mehr gestartet: Stattdessen taucht in einer Art Rollstuhl ein weiterer Mann auf, preist im Hintergrund einsam und mit dünner Stimme seine Waren an: "Kaufen Sie, tauschen Sie Fotos von Lenin und Stalin, Büsten, Abzeichen, Illustrationen zu Fünf-Jahres-Plänen!"
So beginnt Christiane Pohle ihr am Samstagabend im Hamburger Thalia-Theater uraufgeführtes Bühnenstück "Die Marx-Saga" nach dem Roman des Spaniers Juan Goytisolo von 1995. Und so fragmentarisch, auf mehreren Handlungs- (und Zeit-) Ebenen und immer wieder mit seltsam altmodischen Fahrzeugen - etwa von Menschen gezogenen Rikschas - geht es denn auch weiter.
Auf sperrig-assoziative, Fakten und Fiktion mischende Weise will die 41-jährige Regisseurin in Zeiten eines maroden Kapitalismus Fragen aufwerfen nach der möglichen Relevanz sozialistischer Ideen. Für ihren nicht gerade tief schürfenden Politabend erntete Pohle nach der Premiere Buhrufe ihre Darsteller jedoch wurden gefeiert.
Die bilden, oft in Doppelrollen, ein bizarres Panoptikum: Karl Marx (1818-1883), der in London lebende Verfasser des "Kapital", tritt persönlich auf (Josef Ostendorf) der ältere Mann mit grauem Haarkranz ist so beleibt, dass sein Bademantel seinen Bauch nicht umschließt. Dafür trägt er ein versonnenes Kinderlächeln im Gesicht. Vom Moderator einer Polit-Talkshow (Bruno Cathomas) wie ein Showstar angekündigt, kommt er dann kaum zu Wort. Ein mit Einkaufstaschen bepacktes Konsumentenpaar saust in einer Kutsche vorbei. Ein Clown oder Waffenhändler schreit "Gääälllddd!!!" und hält einen Klingelbeutel in die Zuschauerreihen.
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