Die Happy - VI
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Die ganz normalen Jungs und die Frau zum Pferde stehlen, immer gut gelaunt, immer kumpelhaft, machen ernst mit ihrem Motto und veröffentlichen mit "VI" (oder "Six") eine "ganz normale" CD.
Das ist vom kommerziellen Standpunkt aus betrachtet freilich gar nicht schlecht. Die 13 Nummern besitzen weder den ruppigen Charme des Vorgängers noch den von Neugier getragenen Elan, welcher die Band einst per "Supersonic Speed" nach oben befördert hatte. Alleine das Cover: Nichts erinnert an hochgekrempelte Ärmel, nichts atmet den Partyrock. Etwas Strenges liegt im Blick von Marta Jandová, es ist eine launische Dame, keine lockere Sympathieträgerin, die hier fotografiert wurde. Die Happy wollten "die Songs wieder bis ins kleinste Detail zu Ende komponieren und ausproduzieren". Das Ergebnis: Die wenigen Ecken und Kanten wurden zugunsten einer gesteigerten Mainstream-Affinität abgeschliffen, es geht oft nachdenklich zu.
Die Happy sind zum Emotionsverstärker für die Massen herangewachsen. Wer frech sein will, wird punkpoppig ("Peaches", "Wannabe") unterstützt, wer einen starken Arm an seiner Seite braucht, findet auf "VI" jede Menge treuer Gefährten. Geht alles. Nicht zuletzt, weil es von einer Stimme transportiert wird, ohne die vieles hier tatsächlich zu normal wäre. Die zerbrechlichen, die mutigen, die verführerischen, die lustvollen Momente des alltäglichen Gefühllabyrinths, Marta kriegt sie alle. Wer bei diesem Organ nicht schwach wird, ist zu stark für den Alternative Poprock, der auf "VI" die nächste Perfektionsebene erreicht hat.
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