Spekulationen um Goethes Liebesleben

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Nach Veröffentlichungen des Goethe-Biografen Ettore Ghibellino jedoch soll der junge Goethe seine Liebesbriefe nur zur Tarnung an Charlotte von Stein, Hofdame der Herzogin, adressiert, aber in Wirklichkeit Anna Amalia geliebt haben. "Wir setzen uns mit dieser These Ghibellinos schon seit einigen Jahren auseinander", sagte die stellvertretende Direktorin des Goethe-Museums in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Biograf arbeite allerdings "mit Halbwissen und Halbwahrheiten", kritisierte die Literaturhistorikerin: "Er isoliert Schriftstücke, um daraus seine Thesen abzuleiten."
Die verwitwete Herzogin, zehn Jahre älter als Goethe, habe sich von ihrem schwierigen Wesen her grundsätzlich von allen anderen Frauen unterschieden, denen der Schriftsteller in seinem Leben je näher gestanden habe, sagte Spies. "Nach allem was wir wissen, war Anna Amalia kein Mensch, von dem sich Goethe angezogen gefühlt hätte."
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