Himmelsscheibe vor zehn Jahren bei Nebra gefunden

© dpa
"Es hat ein lautes Signal gegeben", erinnert sich einer der illegalen Schatzsucher später vor Gericht. Die Männer beginnen zu graben. Nach rund vier Stunden haben sie eine verdreckte Scheibe von der Größe einer Schallplatte sowie zwei Schwerter, zwei Beile, einen Meißel und Armreifen, alles aus Bronze, aus dem Waldboden gezogen.
Was sie an diesem 4. Juli 1999 nicht ahnen: Sie halten einen archäologischen Sensationsfund in den Händen. Die goldverzierte Bronzescheibe wird drei Jahre später als Himmelsscheibe von Nebra weltberühmt.
Auf ihr - da sind sich die Experten sicher - haben Menschen in Mitteldeutschland vor über 3600 Jahren mittels einer komplizierten Technik weltweit zum ersten Mal den Himmel mit Sonne, Mond, Sternen und dem Sternenhaufen der Plejaden konkret abgebildet. Bis dahin waren ähnliche Leistungen nur aus Ägypten bekannt.
Der Fund veränderte in der Archäologie schlagartig das Bild vom "dummen Urmenschen" in Nordeuropa. Die Scheibe wurde als Kultobjekt und als kombinierter Sonnen- und Mondkalender von den prähistorischen Menschen über Jahrhunderte genutzt.
Ihre jüngste Geschichte gleicht einem filmreifen Archäologenkrimi. Die Raubgräber verkaufen den bronzezeitlichen Schatz schon einen Tag nach dem Fund für etwa 16 000 Euro an einen Hehler aus der Region Köln.
Die Himmelsscheibe ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts. Sie zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene, die wir kennen. Elemente des Tag- und Nachthimmels verm... gesamten Beitrag lesen
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