02.11.2009
|
Bookmark-DiensteBookmark-DiensteBookmark-DiensteBookmark-Dienste

Stiftung fordert Ende illegaler Schreiadler-Jagd

Klepelshagen/Himmelpfort (dpa) - Greifvogeljäger im Nahen Osten und der Türkei gefährden nach Angaben der Deutschen Wildtierstiftung den Erhalt des Schreiadlers (Aquila pomarina) in Deutschland.

Schreiadler
In Deutschland gibt es nur noch wenige Schreiadler.
© dpa

2009 seien bereits vier mit Sendern versehene Adlermännchen auf dem Weg in die Winterquartiere nach Afrika über dem Nahen Osten illegal abgeschossen worden, sagte die Betreuerin der Schreiadler-Projekte der Stiftung, Margit Meergans, am Montag. Dies sei ein kaum wieder gut zu machender Verlust. "Wir fordern, dass die betreffenden Länder - vor allem Syrien, Libanon und die Türkei - endlich das vorliegende afrikanisch- eurasische Greifvogelabkommen ratifizieren."

In Deutschland gibt es laut Meergans noch rund 100 Brutpaare, davon 80 in Mecklenburg-Vorpommern und 20 in Brandenburg. Um den Bestand zu erhalten, würden auch Jungvögel aus Lettland "importiert".

Die Stiftung betreibt seit 2007 zwei Schreiadler-Projekte. Zum einen werden Jungvögel aus den Nestern genommen und in einer Naturschutzstation in Nordbrandenburg bei Himmelpfort aufgezogen. Dies ist nötig, weil der ältere Jungvogel sonst - wie in der Natur - den jüngeren Vogel töten würde. Experten nennen dies "Kainismus", also Geschwistermord. Zudem werden regional Landwirte und andere Landnutzer unterstützt, damit der Lebensraum des Adlers, der feuchte Wiesen zum Jagen bevorzugt, erhalten bleibt. So wurden in Nordvorpommern bereits Moorflächen über eine Stiftung angekauft.

Der Schreiadler (Aquila pomarina) ist die kleinste in Deutschland lebende und die am meisten gefährdete Adlerart. Die im jungen Alter schokoladenbraun, später hellbraun gefärbten Vögel erreichen Spannweiten von 1,60 bis 2,15 Meter und werden rund 1,5 Kilogramm schwer. Da sie vor allem Amphibien und kleine Säugetiere fressen, sei der trockene April 2009 sehr schlecht für die Brut gewesen, erklärte Meergans. Schreiadler brüten am liebsten in Laubmischwäldern mit nahe gelegenem feuchtem Grünland, in dem zu Fuß jagen können.

Artikel bewerten:
Kolibri

Puzzle-Spaß mit dem Höschenkolibri

Der kleine Vogel mit dem lustigen Namen ist einfach wunderschön. mehr

Wie umweltbewusst sind Sie?

Umweltsünder oder Bio-Bauer? Finden Sie es raus. mehr

Meinungen zum Thema (2) in Mensch & Natur
Diskutieren Sie mit: 'Stiftung fordert Ende illegaler Schreiadler-Jagd'
Meinung schreiben
Hongo - 04.11.2009, 14:23

Mach mal einer einen guten Vorschlag, wie man das Ende illegaler Jagd durchsetzten / umsetzen will! Fordern kann man viel, aber man kann auch populistisch fordern! Und das bring gar nichts!

astra1971 - 03.11.2009, 16:04

Die Ausbreitung des Jagdbetriebes über die gesamte Erde haben viele Säugetiere, Vögel und Reptilien nicht oder nur in Restbeständen überlebt. Tierarten, die begehrte Jagdtrophäen oder hochbezahlte Produkte lieferten, wur... gesamten Beitrag lesen

Tigerbaby

Schön, wenn man einen Freund hat

Auch Tiere schließen Freundschaften. Hier die schönsten Bilder. mehr

GMX interaktive Suche

Schließen