Mehr als tausend Süßwasserfisch-Arten vom Aussterben bedroht

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"Die Bewohner von Süßwasser sind lange Zeit vernachlässigt worden", sagte der stellvertretende Leiter der IUCN-Artenprogramms, Jean-Christophe Vie. Die jüngsten Untersuchungen aber bestätigten, wie sehr auch sie bedroht seien. Die alarmierenden Zahlen sollten als weitere Aufforderung "zur klugen Nutzung unserer Wasserressourcen" verstanden werden, sagte Vie.
Als konkretes Beispiel für die Auswirkungen des Wasser-Raubbaus nannte die IUCN das Schicksal der Kihansi-Gischtkröte: Noch vor wenigen Jahren lebten rund 17.000 der Winzlinge in den Wasserfällen der Kihansi-Schlucht in Tansania, heute gibt es sie nur noch in Zoos - da für ein Kraftwerk das Wasser umgeleitet wurde, ist der Lebensraum der Kröte zu 90 Prozent ausgetrocknet.
Insgesamt wird die Rote Liste immer länger: 17.291 Pflanzen und Tiere und damit mehr als ein Drittel der 47.677 untersuchten Arten sind demnach vom Aussterben bedroht. Die Rote Liste aber sei nur die "Spitze des Eisbergs", sagte IUCN-Experte Craig Hilton-Taylor. Sie erfasst nur einen Bruchteil der auf der Welt lebenden Tiere und Pflanzen: "Millionen weitere Arten könnten ernsthaft bedroht sein."
Die Umweltschutzorganisation WWF geht davon aus, dass menschliche Einflüsse die Aussterberate "mindestens um den Faktor 1000 beschleunigt hat". WWF-Vertreterin Amanda Nickson rief die politisch Verantwortlichen weltweit auf, die Rote Liste angesichts des bevorstehenden Kopenhagener Klimagipfels und des bevorstehenden internationalen Jahres der biologischen Vielfalt als "Weckruf" zu verstehen.
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